Haare und Haarkosmetik – Anno dazumal

Haare – eine unendliche Geschichte. Lang vorbei sind die Zeiten, in den Männer die Haare eben so geschnitten kriegten, dass es gepflegt aussah bzw. dass sie nicht total zuwuchsen. Frauen ließen sich  ihren kinnlangen Schnitt mit Pony oder die praktische Kurzhaarfrisur vom Friseur schneiden – fertig. Es gab kaum Haarpflege – ein Shampoo, damit das Haar schön glänzt – fertig.

Die älteren Frauen, die hatten ein wenig mehr Aufwand zu betreiben, sie gingen regelmäßig zur Wasserwelle; wenn sie dann wiederkamen, saßen die Wellen erst mal wie festbetoniert. Wenn man an diese Wellen dran stieß, entlockte das der Frischfrisierten erst mal ein „Autsch“, denn der Frisör hatte diese Wellen so festgelegt und gesprüht, dass jede Bewegung ein Ziepen an der Kopfhaut und Haare auslöste. Aber auch diese Haare mussten mal gewaschen werden – wer es sich leisten konnte, ging zum Frisör, aber auch wenn dieser früher vergleichsweise billig war, konnte lange nicht jede Frau jede Wochen zu Frisör gehen. Also wurden die Haare gewaschen, dann kam Haarfestiger hinein -  ein weiteres Produkt der Haarpflege, dass es schon früher gab -, dann wurden die Haare aufgedreht. Wer schon die damals revolutionären Schaumstoffwickler hatte, war gut bedient, denn er konnte dann abends die Haare aufdrehen, morgens waren sie trocken, mussten nur noch vorsichtigst – möglichst ohne Ziepen an der Kopfhaut – auskämmt werden, mit Haarspray – noch ein Produkt für die Haarkosmetik – eingesprüht werden, fertig war die Dame.

Für die Jüngeren, denen das zu umständlich war, blieb eigentlich nur entweder ein frecher Kurzhaarschnitt, der Bubikopf, oder der klassische Bob mit Pony, den man, wenn er lang genug war, mal zum Pferdeschwanz binden konnte.
Autor: Elke Lohre

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