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Politische Abzeichen


Politische Abzeichen

Politische Abzeichen sind ein wichtiges Stück Zeit- und Alltagsgeschichte. Sie sind oft zufällig entstanden und haben in der Regel meist keinen staatlichen Auftragsgeber. Jeder kann sozusagen so ein Abzeichen herstellen lassen. Manchmal sind sie nur an ein bestimmtes Ereignis gebunden und werden danach wieder abgelegt und vergessen. Die Abzeichen lassen sich dadurch - im Gegensatz zu Münzen, Orden und Medaillen - oftmals nur schwer zuordnen.

 

 

Durch das Tragen politischer Abzeichen wird die Gesinnung oder die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Partei oder Organisation zum Ausdruck gebracht. Sie haben also eine sinnbildliche Funktion und sind somit ein wichtiges Stück Zeit- und Alltagsgeschichte. Maßgebend für ihre Gestaltung sind symbolische, traditionsbedingte und auch ästhetische Gesichtspunkte.

 

 

Politische Abzeichen sind nicht nur Anstecknadeln, sie können auch die Form eines Aufnähers haben. Weit verbreitet sind auch Hutabzeichen, Schulterklappen, Bänder oder Schleifen. Selbst das Tragen einer bestimmten Tracht oder eines Haarschnitts hat schon als Abzeichen gedient. So trugen zum Beispiel die englischen Royalisten im 17. Jahrhundert Locken, während sich die republikanischen Puritaner ihr Haar kurz schoren ließen. Aufgrund von Stammeseigentümlichkeiten trugen die Schotten eine Distel als Abzeichen und die Walliser den Lauch. Die Anhänger der Stuarts trugen einen Eichenzweig. In Deutschland sind nach 1815 die angeblichen alten deutschen Reichsfarben schwarz-rot-gold in das Abzeichen der Burschenschaft sowie anderer patriotischer Vereinigungen eingeflossen, bis ein Gesetz am 5. Juli 1832 das Tragen politischer Abzeichen außer den Landesfarben verbot.

 

 

Auch heute wird das Tragen von bestimmten Abzeichen und Symbolen in der Öffentlichkeit vom Gesetzgeber unter Strafe gestellt. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn damit eine rechtsextremistische Gesinnung öffentlich demonstriert wird.

 

Autor: André Richter

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