Stars der Tierwelt: Die Libellen
Die Tierwelt sorgt seit jeher immer wieder für offene Münder. Die Stars der Tierwelt sind diejenigen, die so einzigartige Merkmale besitzen, dass meist nur Superlative zutreffen. Eines dieser Tiere ist die Libelle.

Warum die Libelle zu den „Stars der Tierwelt“ gehört, wollen wir uns im Folgenden einmal genauer anschauen:

Libellen zählen zu den Insektentieren (Insecta) und bilden innerhalb dieser Klasse eine eigene Ordnung.
Weltweit sind etwa 4700 verschiedene Arten bekannt, wovon nur 80 in Mitteleuropa leben. Libellen zeichnen sich vornehmlich durch ihre markante Flügelpartie aus, die für gewöhnlich zwischen 20 und 110mm Spannweiten vorweisen. Die Libellen-Art Megaloprepus coerulatus kann hingegen sogar Flügelspannweiten bis zu 190mm erreichen.

Dieser Flügelapparat ist in der Tierwelt außergewöhnlich. Den Libellen ist die Fähigkeit gegeben, ihre beiden Flügelpaare unabhängig voneinander bewegen zu können, was ihnen abrupte Richtungswechsel, in der Luft schweben und bei einigen Arten sogar rückwärts fliegen ermöglicht.

Doch nicht alles am Flügelapparat der Libelle ist so wunderbar, denn ihnen fehlt das für Neuflügler typische Flügelgelenk, das es dem Insekt ermöglicht, die Flügel nach hinten über den Hinterleib zu legen. Die Flugmuskeln liegen bei den Libellen direkt am Flügel an, was wiederum beinahe einzigartig in der Insektenwelt ist.

Obwohl Libellen im Flug Geschwindigkeiten von 50 bis zu 60km/h erreichen können, ist ihre Flügelschlagfrequenz mit 30 Schlägen pro Sekunde recht langsam. Zum Vergleich: Die Stubenfliege schlägt in der Sekunde rund 200 Mal mit den Flügeln! Und um das noch mehr zu veranschaulichen: Das menschliche Auge kann aber nur bis zu 15 Einzelbewegungen pro Sekunde wahrnehmen. Mehr als 15 einzelne Bewegungen verschwimmen im menschlichen Auge zu einer flüssigen Bewegung.

Apropos Augen - weil der Kopf der Libelle von den Brustsegmenten deutlich getrennt ist, ist er extrem beweglich und zusammen mit den großen Facettenaugen ist hier also beinahe uneingeschränkte Übersicht garantiert. Die Facettenaugen bestehen aus jeweils rund 30.000 Einzelaugen. Zusätzlich mit den drei kleinen Punktaugen auf der Kopfoberseite, die zur Wahrnehmung von Hell und Dunkel dienen, besitzt die Libelle den wahrscheinlich besten Sehsinn unter den Insekten.

Auch der Sehsinn der Menschen wird durch die Libelle angeregt, die auf Grund ihrer faszinierenden Eigenschaften sogar als Model für eine Foto-Leinwand eine gute Figur macht, v.a. wenn man als Betrachter der Libelle direkt in eins ihrer vielen Augen blicken kann.

Als Tier der Superlative muss die Libelle jedoch auch beim Namen nicht hinter ihren Fähigkeiten zurückstecken, denn bei der Wahl der Goethe-Gesellschaft zum „schönsten deutschen Wort“, wurde „Libelle“ 2004 zum schönsten deutschen Wort in der Kategorie „Vorschläge von Kindern“ gewählt.
Autor: Oliver Stopienski

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