Kuvertieren

Vor einigen hundert Jahren wurde ein Brief in mühevoller Kleinarbeit per Hand mit Feder und Tinte geschrieben. Danach wurde der Brief gefaltet und in einen Kuvert eingetütet. Nach Möglichkeit auch versiegelt und mit einer Brieftaube auf den Weg geschickt. Mittlerweile können Briefe in einer hohen Auflage produziert und gedruckt werden, ohne dass darauf verzichtet werden muss, jeden Empfänger des Standarttexts persönlich anzusprechen. Der Prozess, bei dem eine Drucksache in einen Briefumschlag verpackt wird, bezeichnet man dabei als Kuvertieren. Während dieser Prozess vor einiger Zeit von sogenannten Kuvertierern vorgenommen wurde, welche von Hand arbeiteten, gibt es mittlerweile hochtechnisierte Maschinen für diesen Prozess. Ein geübter Kuvertierer schafft durchschnittlich 500 Umschläge pro Stunde. Eine Kuvertiermaschine hingegen kann eine Stückzahl von bis zu 26.000 pro Stunde erreichen, was sieben Umschlägen in der Sekunde entspricht.

Verwendet werden solche speziellen Maschinen hauptsächlich von großen Versicherungen und Banken, von Energieversorgern und Telekommunikationsunternehmen. Dieses sind Firmen, die sich dadurch auszeichnen, dass sie ein und die selbe Information an eine große Zahl von Kunden versenden müssen ohne die Chance zu verpassen, jeden Kunden zumindest beim eigenen Namen anzusprechen. So fühlt sich der Kunde nicht als ein kleiner unbedeutender Abnehmer, sondern als ernstgenommener Verbraucher. Diese Unternehmen können dann auf ihre bestehende Kundenkartei zurückgreifen und auch personalisierte Hinweise und Direktmarketing per Mailing betreiben. Ein traditioneller Verwender von Kuvertiermaschinen sind  Lettershops. Lettershops übernehmen den Druck und das Kuvertieren von Dokumenten und versenden diese. Zumeist werden bei der Benutzung von großen Kuvertiermaschinen spezielle Briefumschläge benötigt, was der hohen Geschwindigkeit geschuldet ist.

 

Autor: Torsten Maue

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