Kirschkernkissen - ein altes Schweizer Hausmittel?
Ein jeder kennt es, das Kirschkernkissen. Ein Baumwollsäckchen gefüllt mit losen Kirschkernen. In den Backofen oder Mikrowelle gelegt, dient es als Wärmeflaschenersatz.
 
Immer wieder ist zu lesen, dass ein Kirschkernkissen ein altes Schweizer Hausmittel ist. Es heißt, dass Arbeiterinnen in einer Schweizer Kirsch-Likör-Fabrik, auf die Idee gekommen die Kirschkerne, die sonst in den Abfall landen, zu säubern und in kleine Baumwollhüllen zu füllen. Diese wurden dann auf die Heizöfen der Destillerie gelegt und abends, konnten die Arbeiterinnen mit den so aufgewärmten Kirschkernen ihre durch die mühselige Arbeit geschundenen Körperteile pflegen.
 
Man hat jetzt aber festgestellt, dass das Kirschkernkissen schon im Spätmittelalter im Münsterland bekannt war. So fand man bei Ausgrabungen in Münster Reste eines Kirschkernkissens in einer Abfallgrube, dessen Alter von Experten auf das 13. Jahrhundert taxiert wurde. Über 400 Gramm Kirschkerne wurden dort gut erhalten und eng an einanderliegend.

Erwärmt wurden diese ein mit Kirschkernen gefülltes Säckchen, z. B. auf einem Kachelofen. Es gibt es die so gespeicherte Wärme anschließend langsam und gleichmäßig ab. Diese physikalische Eigenschaft machte man sich im Mittelalter für die Krankenpflege zunutzte: Ein Kirschkernkissen dienten als eine Art "Wärmflasche". Kirschkerne halten die Wärme erwiesener maßen  deutlich länger als mit heißem Wasser gefüllte Behälter, ein Vorteil, der an diesem "alten Hausmittelchen" auch heute noch sehr geschätzt wird.

Heute finden Kirschkerne aber auch in der Ergotherapie ihre Verwendung. In Kirschkernbädern werden Sie bei der Behandlung von entwicklungsverzögerten Kindern eingesetzt. Über den genauen Einsatz von Kirschkernen in der Ergotherapie kann man sich auf der Homepage www.kirschkerne.net erkundigen.

Autor: Bernfried Warning

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