Das Billigauto der Tata Nano ist auf dem Markt

Es gilt bisher als das günstigste Auto der Welt – der kleine indische Flitzer Tata Nano vom Automobilhersteller Tata Motors. Zum ersten Mal wurde er anlässlich der neunten New Delhi Auto Expo im Januar 2008 der breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Ende 2009 soll er nun auf Serie verkauft werden. Da sich der Kaufpreis auf 100 Tausend iR beläuft, das sind 1.440 Euro, wird er in Indien auch One Lakh genannt. Das soviel wie Einhunderttausend-Auto bedeutet. Die Nachfrage nach dem kleinen Boliden war so immens, dass die ersten hundert Tausend Autos verlost werden mussten. Eine riesige Expansion hinsichtlich der Produktionsstätten und Verbreitungsländern um der gewünschten Nachfrage zu entsprechen. Sogar in Europa ist der Verkauf des Tata Nano geplant.

Was steckt drin im kleinen Tata –  Auto.de schaut nach

Der Nano besitzt einen Zweizylinder-Motor, der sich im Heck befindet. Der Benziner hat eine Hubraumgröße von 623 cm³. Die Pferdestärke des Benzinermodells liegt bei 33 PS. Der Diesel soll den gleichen Hubraum haben, jedoch nur mit 28 PS ausgestattet sein, beiden werden wassergekühlt. Der indische Zweiradhersteller Kinetic liefert das vier Gänge Getriebe.

Demnächst soll auch ein stufenloses Getriebe des gleichen Herstellers entwickelt und eingebaut werden. Bei der Verwirklichung des Billigautos haben auch namenhafte Technikfirmen mit geholfen. So lieferte Bosch beispielsweise die Einspritztechnik, Teile der Autoelektrik und die Bremssysteme, Freudenberg die Motoraufhängung, Sekurit die Scheiben oder BASF, den Kat und synthetische Motorkomponenten.

Der Benzinverbrauch soll bei fünf Litern auf 100 Kilometer liegen und eine Höchstgeschwindigkeit von rund 100 Kilometern pro Stunde erreichen. Der Stauraum ist eher gering vorhanden. Ein wenig Platz findet sich lediglich vor der Vorderachse und hinter der Rückbank.

Warum ist der Tata so günstig?

Der Tata kann nur zu solch einem günstigsten Preis verkauft werden, weil beim indischen Modell keinerlei Komfortelemente wie Servolenkung, elektrische Fensterheber, Klimaanlage oder ein Autoradio eingebaut wurden. Zudem wurde auf Sicherheitstechnologien wie ein Airbag oder ABS verzichtet. Man hat auch darauf geachtet, dass man mehr Kunststoff statt Metall verarbeitet hat. Chassis- und Karosserieverbindungen wurden geklebt statt geschweißt. Der wichtigste Punkt ist aber, dass die Produktions- und Arbeitskosten in Indien äußerst gering sind.

Autor: Chris Leise

Wie würden Sie diesen Artikel bewerten?
Links zum Thema