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Hürden bei der Darmkrebsfrüherkennung


Hürden bei der Darmkrebsfrüherkennung
Darmkrebs ist, wenn man Männer und Frauen zusammen betrachtet, die häufigste Krebsform in Deutschland. Mit fortscheitendem Alter werden gutartige Vorstufen von Darmkrebs, sogenannte Polypen, immer zahlreicher, ab dem 60. Lebensjahr kann bei jedem Dritten ein solcher Polyp festgestellt werden. Das ist vor allem in den westlichen Industrienationen mit steigender Tendenz der Fall. Diese Polypen wachsen zwar nur langsam und es dauert deshalb relativ lange bis sie sich zu bösartigen Tumoren entwickeln, aber unerkannt reicht dies langsame Wachstum trotzdem aus, bei rund 29.000 Menschen jährlich in Deutschland zum Tode zu führen. Deshalb sollte jeder ab 50 Jahren die Chance wahrnehmen, sich regelmäßig testen zu lassen.

Studien beweisen jedoch, dass diese Tests nur unzureichend genutzt werden. Gründe hierfür sind einerseits in der relativ niedrigen Testgenauigkeit des Stuhltest auf okkultem Blut zu finden und anderseits in der zwar genaueren aber unangenehmeren Methode der Dickdarmspiegelung (Koloskopie). Deshalb sind schon seit geraumer Zeit Wissenschaftler auf der Suche nach anderen Untersuchungsmöglichkeiten. Eine neue Darmkrebsvorsorge scheint nun diese Lücke füllen zu können. Sie basiert auf einer Untersuchung des Stuhls nach Enzymen, die sowohl Polypen als auch Tumore bei ihrem Wachstum produzieren. Diese Enzyme, Tumor M2-PK genannt, können signifikant im Stuhl festgestellt werden, wenn Polypen, bzw. Tumore sich entwickeln.  Dazu ist es, anders als bei herkömmlichen Stuhltests, nicht mehr nötig, dass sich der Patient vor der Probenentnahme einer Diät  unterzieht, noch dass die Polypen bzw. Tumore bluten, um diagnostiziert werden zu können. Zudem liegt die Testgenauigkeit bei dieser Darmkrebsfrüherkennung erheblich höher als bei der Untersuchung auf okkultes Blut.

Zwischen 60-90% liegt die Sensitivität (Genauigkeit) des neuen enzymatischen Testes im Gegensatz zu 20-30% der konventionellen Methode. Ein weiterer besonders wichtiger Pluspunkt der neuen Untersuchung ist es, dass kein Eingriff, wie bei einer Koloskopie, am Patienten vorgenommen werden muss, bevor nicht ein positiver Befund feststeht. Das einzige Manko scheint zu sein, dass momentan die Krankenkassen diese Darmkrebsvorsorge noch nicht bezahlen. Aber  aus Erfahrung ist bekannt, das eine steigende Nachfrage in diesem Bereich auch eine Änderung der Vorschriften herbeiführen kann. Falls dies geschehen sollte, steht diese Analysemöglichkeit ganz hoch im Kurs eine durchgreifende und größere Akzeptanz des tabuisierten Themas Darmkrebsfrüherkennung herbei zu führen. 
Autor: Jens Kleinholz

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